Ausgewähltes Projekt

KRANKENHAUS S. STEFANO – Ernährung als Teil einer ganzheitlichen Versorgung.

Seit April 2026 erhalten Patient*innen mit Schluckbeschwerden im Krankenhaus Santo Stefano in Prato speziell zubereitete Speisen mit einer weichen, leicht schluckbaren Konsistenz. Dabei bleiben der Geschmack, das Aussehen und der Nährwert der traditionellen Gerichte erhalten.

medizinisches Umfeld
DIE HERAUSFORDERUNG

Mehr als eine Mahlzeit. Ein Teil der Pflege.

15 % der Menschen über 65 Jahren leiden an Schluckstörungen (Dysphagie). Bei Patient*innen in der akuten Phase nach einem Schlaganfall sind sogar bis zu 80 % betroffen.

Essen ist heute weit mehr als reine Nahrungsaufnahme. Eine Mahlzeit kann die Sinne ansprechen, Erinnerungen wecken und ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln. Nicht umsonst spricht man auch von „Comfort Food“ – Essen, das uns guttut und mit dem wir positive Gefühle verbinden. Gerade während einer medizinischen Behandlung oder bei schweren Erkrankungen gewinnt dieser Aspekt an Bedeutung. Dank speziell zubereiteter Speisen mit einer weichen, leicht schluckbaren Konsistenz können heute auch Patient*innen mit Schluckbeschwerden den Genuss vertrauter Gerichte erleben – sei es ein Teller Spaghetti oder eine frisch gebackene Pizza.

Seit April 2026 ist dies für Patient*innen des Krankenhauses Santo Stefano in Prato bei jeder Mahlzeit möglich. Das Projekt zeigt, dass die Verpflegung im Krankenhaus weit mehr ist als eine ergänzende Dienstleistung: Sie ist ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Versorgung und Rehabilitation.

Ein ernst zu nehmendes medizinisches Problem.

Dysphagie bezeichnet eine Schluckstörung, bei der Betroffene Schwierigkeiten haben, Nahrung und Flüssigkeiten sicher zu schlucken. Rund 15 % der Menschen über 65 Jahren sind davon betroffen. Bei Patient*innen in der akuten Phase nach einem Schlaganfall liegt dieser Anteil sogar bei bis zu 80 %. Schluckstörungen können auch im Zusammenhang mit Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, Amyotropher Lateralsklerose (ALS) und Multipler Sklerose auftreten. Ebenso betroffen sein können Krebspatient*innen nach operativen Eingriffen im Kopf-Hals-Bereich. Werden Schluckstörungen nicht entsprechend behandelt, können schwerwiegende Folgen wie Mangelernährung, Flüssigkeitsmangel und längere Krankenhausaufenthalte entstehen. Essen wird für die Betroffenen dadurch zunehmend zur Belastung und kann Ängste auslösen. Dies kann sich negativ auf die Genesung und die Einhaltung der Therapie auswirken. Auch für das medizinische Fachpersonal stellt der Umgang mit Dysphagie eine besondere Herausforderung dar. Dabei gilt es, die Sicherheit der Patient*innen durch eine geeignete medizinische Versorgung und entsprechend abgestimmte organisatorische Abläufe zu gewährleisten.

Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, braucht es mehr als herkömmliche pürierte Kost. Entscheidend ist ein Verpflegungsangebot, das Sicherheit und eine ausgewogene Nährstoffversorgung mit Genuss verbindet und gleichzeitig die Würde und Lebensqualität der Patient*innen wahrt.

UNSERE LÖSUNG

Genuss als Teil der Behandlung

Markas präsentiert Mahlzeiten mit angepasster Konsistenz, die den Geschmack bewahren

Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat das Krankenhaus Santo Stefano in Prato (Azienda USL Toscana Centro) mit Unterstützung des Dienstleistungsbetreibers GE.SAT und in enger Zusammenarbeit mit Markas das innovative Projekt „Il gusto nel percorso di cura“ (Genuss als Teil der Behandlung) ins Leben gerufen. Das im April 2026 gestartete Projekt entstand aus dem Anliegen der Krankenhausleitung, gemeinsam mit den beteiligten Partnern eine Lösung für diese besondere Herausforderung zu entwickeln.

Im Mittelpunkt des Projekts steht eine von uns eingeführte innovative Technologie, mit der sich die Konsistenz traditioneller Gerichte anpassen lässt, ohne dabei Geschmack, Aussehen oder Nährwert zu beeinträchtigen. So entsteht ein Verpflegungsangebot, das den Bedürfnissen der Patient*innen auf mehreren Ebenen gerecht wird.

Die speziell zubereiteten Speisen haben eine gleichmäßige, leicht schluckbare Konsistenz und reduzieren so das Risiko, dass sich Patient*innen beim Essen verschlucken.

Die Speisen gewährleisten eine zuverlässige Nährstoffversorgung, wobei der Kalorien- und Proteingehalt gezielt auf die besonderen Bedürfnisse gesundheitlich geschwächter Patient*innen abgestimmt wird.

Ob Risotto alla milanese, Auberginen-Parmigiana oder Tiramisu – die Gerichte behalten ihren ursprünglichen Geschmack weitgehend bei. Dabei geht es um weit mehr als nur den Genuss: Wer mit Freude isst, nimmt in der Regel auch mehr Nahrung zu sich. Das wirkt sich unmittelbar auf die Nährstoffversorgung und den Genesungsprozess aus.

ERGEBNISSE

Von der Testphase zum Einsatz im gesamten Krankenhaus.

In der ersten Testphase richtete sich das Angebot an Krebspatient*innen, die im Kopf-Hals-Bereich operiert wurden. Für diese besonders vulnerable Patientengruppe ist die Wiedererlangung der Fähigkeit, selbstständig zu essen, ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation. Gerade in dieser sensiblen Phase besteht jedoch die Gefahr, dass die Freude am Essen verloren geht. Zu Beginn erhielten rund 80 Patient*innen Speisen mit speziell angepasster Konsistenz. Die begleitende Beobachtung zeigt, dass der wiedergewonnene Genuss beim Essen die Patient*innen während ihrer Behandlung und Genesung unterstützt.

Die hohe Zufriedenheit der Patient*innen und insbesondere die deutlich verbesserte Akzeptanz der Mahlzeiten haben dazu geführt, dass das Projekt auf alle stationären Patient*innen mit Schluckstörungen ausgeweitet wurde.

Mit künftig voraussichtlich mehr als 100 Mahlzeiten pro Tag zeigt dieses innovative Verpflegungskonzept, wie ein strategischer Partner einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Versorgung und zum Genesungsprozess der Patient*innen leisten kann.

  • stationäre Patient*innen in der ersten Phase – Krebspatient*innen nach operativen Eingriffen im Kopf-Hals-Bereich.

  • Mahlzeiten pro Tag im Regelbetrieb.

  • Nach Abschluss der ersten Testphase wurde das Angebot auf alle stationären Patient*innen mit Schluckstörungen ausgeweitet.

SIMONE COSTANTINI
OPERATIONS MANAGER BEI MARKAS

„Dieses Ergebnis ist das Resultat der engen Zusammenarbeit zwischen Fachkräften, Einrichtungen und Dienstleistungspartnern.“

Ein zukunftsweisender Ansatz für das Gesundheitswesen.

Für Krankenhausleitungen bietet ein spezialisiertes Verpflegungsangebot zahlreiche Vorteile: Es gewährleistet eine gleichbleibend hohe und kontrollierte Qualität der Speisen, entlastet das Stationspersonal bei organisatorischen Abläufen und unterstützt die Arbeit der Pflegeteams. Durch die sichere Nahrungsaufnahme und die gezielte Vorbeugung von Mangelernährung rücken die individuellen Bedürfnisse der Patient*innen noch stärker in den Mittelpunkt. So trägt die Verpflegung dazu bei, ihre Gesundheit und Würde während des gesamten Behandlungs- und Genesungsprozesses zu wahren.

Das Projekt in Prato zeigt zudem, wie ein solches Versorgungskonzept auch in anderen Gesundheitseinrichtungen umgesetzt werden kann. Es bietet das Potenzial, Komplikationen durch Mangelernährung und Aspirationspneumonien (Lungenentzündungen infolge des Eindringens von Nahrung oder Flüssigkeit in die Atemwege) zu reduzieren. Gleichzeitig verdeutlicht es, welchen Mehrwert die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Gesundheitseinrichtungen und privaten Dienstleistungspartnern schaffen kann: Wenn die Bedürfnisse der Patient*innen im Mittelpunkt stehen, profitieren sowohl ihre Versorgung als auch ihr persönliches Behandlungserlebnis.

Jede Einrichtung hat ihre eigenen Anforderungen. Und Sie – welche Lösung brauchen Sie?

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