UNIBZ – Lebensmittelverschwendung verstehen und gezielt reduzieren.
In der Mensa der Freien Universität Bozen kombinieren wir intelligente Waagen mit dem Feedback der Gäste, um die Ursachen von Lebensmittelabfällen besser zu verstehen. Mit Erfolg: Zwischen Oktober 2025 und Mai 2026 konnten die durchschnittlichen Lebensmittelabfälle pro Gast um 23,7 % reduziert werden.
Lebensmittelverschwendung reduzieren – indem wir ihre Ursachen verstehen.
Die Gemeinschaftsverpflegung steht heute vor einer zunehmend wichtigen Herausforderung: Lebensmittel nachhaltig einzusetzen und Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Dabei reicht es nicht mehr aus, lediglich die Menge der Speisereste zu erfassen. Entscheidend ist, die Ursachen zu verstehen, um Lebensmittelabfälle gezielt und langfristig zu reduzieren.
Die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung ist eines unserer ESG-Ziele.
Jedes Jahr geben wir in Krankenhäusern, Schulen, Universitäten und Unternehmen in ganz Italien mehr als 13 Millionen Mahlzeiten aus. Um Lebensmittelabfälle gezielt zu reduzieren, haben wir messbare Kennzahlen (KPIs) definiert, mit denen wir unsere Leistungen kontinuierlich überprüfen und verbessern. Gemeinsam mit der Organisation Banco Alimentare setzen wir uns dafür ein, dass nicht ausgegebene Speisen sinnvoll weiterverwendet werden. Darüber hinaus haben wir ein innovatives Technologieprojekt gestartet, das Lebensmittelabfälle erfasst und ihre Ursachen analysiert.
Zwei Informationsquellen, ein gemeinsames System.
Gemeinsam mit dem innovativen Start-up Behavix haben wir ein System entwickelt, das zwei sich ergänzende Ansätze miteinander verbindet: objektive Messdaten und subjektive Bewertungen der Gäste.
Mithilfe künstlicher Intelligenz erkennen und erfassen die intelligenten Waagen automatisch, welche Lebensmittel in welchen Mengen entsorgt werden.
Über eine digitale Plattform können die Gäste die Portionsgrößen und die angebotenen Mahlzeiten direkt bewerten. So erhalten wir wertvolles Feedback zu ihren Bedürfnissen und ihrer Zufriedenheit.
Durch die Verknüpfung beider Informationsquellen lassen sich Entwicklungen erkennen und gezielte Verbesserungsmaßnahmen rasch umsetzen. Ein interaktives Dashboard mit spielerischen Elementen (Gamification) motiviert die Gäste zudem, sich aktiv an der Reduzierung von Lebensmittelabfällen zu beteiligen.
Weniger Lebensmittelabfälle. Messbare Ergebnisse.
In der Mensa der Freien Universität Bozen haben wir ein System zur Erfassung von Lebensmittelabfällen eingeführt. Zwischen Oktober 2025 und Juni 2026 konnten wir damit umfangreiche Daten sammeln – sowohl zu den tatsächlich entsorgten Lebensmittelmengen als auch zur Zufriedenheit der Gäste. Über den gesamten Beobachtungszeitraum hinweg erfassten die intelligenten Waagen durchschnittlich 13,77 Gramm Lebensmittelabfälle pro Gast.
Besonders deutlich zeigt sich der Erfolg im zeitlichen Vergleich: Im Oktober 2025, dem ersten Monat der Datenerhebung, lag die durchschnittliche Abfallmenge noch bei 15,43 Gramm pro Gast. Im Mai 2026 waren es nur noch 11,76 Gramm. Das entspricht einer Reduzierung der Lebensmittelabfälle um 23,7 %.
INNOVATION TEAM LEADER BEI MARKAS
„Durch dieses Projekt haben wir gelernt, unseren Gästen noch gezielter zuzuhören und ihr Feedback systematisch zu nutzen. Jede Rückmeldung bietet uns die Möglichkeit, unsere Dienstleistungen weiter zu verbessern. Die Ergebnisse zeigen uns, dass Technologie einen echten Beitrag zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung leisten kann – wenn sie im Dienst der Menschen steht.“
Technologie und Feedback wirkungsvoll verbinden.
Die Gemeinschaftsverpflegung steht vor einer komplexen, aber wichtigen Herausforderung. Um Lebensmittelverschwendung nachhaltig zu reduzieren, müssen wir ihre tatsächlichen Ursachen verstehen. Dafür verbinden wir innovative Technologien mit dem aktiven Feedback der Gäste und schaffen so die Grundlage für konkrete und langfristige Verbesserungen.
